Darum Kunst!
Ein Plädoyer für Kunst in Leben und Beratung
von Mirjam Candan
Kunst offenbart – sie macht sichtbar, hörbar, fühlbar. Sie vermag zu berühren, zu begeistern, zu schockieren, zu bezaubern. Sie stösst Türen zu Unbekanntem und Überraschendem auf. Kunst und künstlerisches Tun belebt unsere Sinne, weckt unsere Neugierde und unseren Spieltrieb.
Kunst schenkt uns Fülle und Selbstvergessenheit. Sie schult unsere Wahrnehmung und Intuition. Und sie ermutigt uns Menschen, uns selbst und die Welt zu hinterfragen und zu gestalten. Denn sie thematisiert den Unterschied zwischen Abbildung und Abgebildetem, zwischen Wunsch und Alltagsrealität.
So ist man als Künstler/in immer auch Forscher/in. Die Vorgehensweise ist dabei vor allem eine phänomenologische – man ist an dem interessiert, was erscheint, am Prozess, am Werk selber, möglichst ohne vorschnelle Interpretation und immer in Verbindung zur konkreten Erfahrung des Alltags.
Kunst kann eine Brücke zwischen Kulturen, Religionen, Sprachen, Altersgruppen bilden. Sie wirkt katalysierend – sie vermag Themen Wichtigkeit zu verleihen, Menschen zu ergreifen.
Heidegger beschrieb Kunst als ins Werk gesetzte Wahrheit. Adorno wiederum sagte: Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.
Was immer Wahrheit auch sein und was immer man als wahre Kunst definieren mag – Kunst wirkt. Als Alternative, neue Wahlmöglichkeit, als Provokation, als Verheissung …
Als Aufforderung zu Widerstand, zu Veränderung, zu Verständnis, als Aufruf zum Auf- und Durchbruch. Und deshalb vermag sie Hoffnung und Zukunft zu schaffen. Gleichermassen unverzichtbar im Leben wie in der Beratung.