Expressive Arts
Kunst orientiert
Coaching, Beratung und Supervision auf Kunst orientierte Art, bezieht neben dem Gespräch gezielt die künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten der bildenden und darstellenden Künste mit ein. Je nach Anliegen, Befindlichkeit und Interesse der Coachees und je nach der Intuition des Coachs, wird die Kunstdisziplin gewählt, die dem kreativen und integrativen Prozess am ehesten dient. Der Einstieg in eine Arbeit an einem Werk ist immer auch eine Einladung mal eine Weile ganz was anderes zu tun. Die dabei eingesetzten Mittel sind einfach in der Anwendung und gleichzeitig attraktiv im gestalterischen Potenzial. Das künstlerische Gestalten orientiert sich am Prinzip low skills, high sensitivity. Durch den kreativen Umgang mit Möglichkeiten und Begrenzungen in der künstlerischen Arbeit werden vorhandene Fähigkeiten aktiviert und neue entdeckt. Die Arbeit am und mit dem Werk bringt frischen Wind in das eigene Denken, Erleben und Handeln. Das Thema zeigt sich in einem anderen Licht, erhält eine neue Bedeutung. Man kehrt verwandelt zum Ausgangsanliegen zurück.
Kunst analog
Die Begegnung in Supervision, Coaching und Beratung wird analog zur Kunst als ein Werk verstanden, das gemeinsam gestaltet wird. Durch die Zusammenarbeit entsteht etwas Drittes: ein Bild, Musik, eine Skulptur, Theater, Gedichte, Tanz. Die Protagonisten entwickeln und formen das Werk, und die Begegnung mit dem Werk formt und verändert die Protagonisten. So orientiert sich auch die Beratungs-Beziehung an der Künstler-Werk-Beziehung:
- Vertrauen in den Prozess und in die eigenen Fähigkeiten
- Perspektivenwechsel, Wachheit, Bewusstheit, Achtsamkeit, Präsenz
- Neugierde (im Sinne von Offenheit), Einfühlungsvermögen, Respekt
- Offenheit für das, was entsteht, Schönheit erkennend
- In Verbindung mit den eigenen Sinnen stehend, verspielt aber seriös
Werk orientiert
Ein Kunstwerk ist – wie jede Person – eigenständig und eigensinnig und steht gleichzeitig in Beziehung zur Künstlerin, die es geschaffen hat. Ihr Werk ist nicht gleichbedeutend mit ihr. Sie sind Partner, die es kennenzulernen, zu würdigen und zu betrachten gilt. Interpretationen kommen im Dialog mit der Künstlerin zustande. Was das Werk für sie bedeutet, weiss schliesslich nur sie selber.
Intermodale Dezentrierung (IDEC®)
Unter intermodal wird die Verknüpfung von Sinneswahrnehmungen verstanden, wie sie durch die Integration verschiedener Kunstdisziplinen zustande kommt.
Mit der Einladung eine Weile etwas ganz anderes zu tun und der Hinwendung an eine künstlerische Aktivität, entsteht eine vorübergehende Distanzierung – eben eine Dezentrierung – vom ursprünglichen Thema. Man tritt sozusagen aus dem Bannkreis des Problems hinaus.
In der Regel geht es bei dieser künstlerischen Aufgabe nicht um die Illustration oder die Visualisierung des Themas, sondern schlicht um künstlerisches Handeln mit dem Ziel, ein Werk zu schaffen.
Quellen: Paolo Knill, (2005): Kunstorientiertes Handeln in der Begleitung von Veränderungsprozessen. Zürich: Egis-Verlag
und www.egis.ch